Der Hund von heute trägt gelb. / Gulahund™ Yellowdog program 8. Februar 2019 Alltag mit Hund Erziehung

Gelber Hund

(c) Foto: Gelber Hund und Freunde e.V.

Die Aktion “Gelber Hund” bietet eine Lösung für all jene, die tagtäglich dem Unverständnis anderer Hundehalter ausgesetzt sind. Mittels einem gelben Stück Stoff, in Form eines Halstuches oder einer Schleife an der Leine, signalisiert man seinem Gegenüber: „Bitte Abstand halten!“. So kann man anderen Hundehaltern auch auf Distanz und nonverbal kommunizieren, dass sein Hund mehr Freiraum benötigt, ganz egal aus welchem Grund. In der Theorie klingt das genial, doch warum begegnet man dann kaum einem “gelben Hund”?

Gulahund – eine Initiave aus Schweden

Der „Gelbe Hund“, auch bekannt als das „Gulahund/Yellowdog Program“, wurde im Jahr 2012 von Eva Oliversson aus Schweden ins Leben gerufen. Wie kam es überhaupt zu dieser Idee? Eine Freundin von Eva, Hundeverhaltenstrainerin Mimmi Engh, berichtete ihr davon, dass sie von einigen Hundevereinen aus Australien gehört hat, welche Hunde mit gelben Halstüchern gekennzeichnet hatten. Dies sollte dabei helfen, die Kurse auch für sensible Hunde besser zu gestalten, indem es für mehr Rücksicht sorgte. Sie erkannte das Potenzial dieser Idee und initiierte so eine internationale Kampagne, wodurch der „gelbe Hund“ deutlich bekannter wurde.

Im August 2012 kam dadurch der gelbe Hund auch nach Deutschland und seitdem erfreut sie dieser Gedanke immer größerer Beliebtheit. So gibt es im deutschsprachigen Raum bereits eine deutsche, eine schweizerische und eine österreichische Zweigstelle. Über deren Webseiten kann man natürlich auch sogenannte „Gulahundartikel“, wie Schleifen, Halstücher, Flyer und Aufkleber erwerben. Der Erlös fließt dabei zu 100% in den Verein, welcher weiterhin für die Verbreitung der Kampagne kämpft und sich auch für die Tierschutzarbeit einsetzt. Doch genug der Fakten. Was möchte man damit bewirken, wenn der eigene Hund etwas Gelbes trägt?

Der „gelbe Hund“ bedeutet: Mehr Abstand, bitte! 

Begegnet ihr also einem Hundehalter, dessen Hund etwas Gelbes trägt, dann nehmt euren Hund an die Leine und gebt eurem Gegenüber genug Abstand und Zeit, um die Situation einzuschätzen. Vermeidet es, frontal auf den anderen Hund zuzugehen, sondern weicht diesem am besten in einem großen Bogen aus. Es kann zwar natürlich auch sein, dass ein Hund „grundlos“ etwas Gelbes trägt. Dennoch besteht aber auch die Möglichkeit, dass es sich wirklich um einen „gelben Hund“ handelt und dieser aufgrund einer Krankheit oder Verhaltensunsicherheiten mit einem gelben Stück Stoff gekennzeichnet wurde.

So oder so schadet es nicht, einen aufkommenden Konflikt bereits vorab zu umgehen. Denn oftmals entstehen Stresssituationen eben genau dann, wenn Hundehalter nicht klar miteinander kommunizieren und ohne Rücksicht auf Verluste durch die Welt ziehen. So kommt es auch viel zu oft zu Vorfällen, welche man mit etwas mehr Rücksicht hätte vermeiden können.

(c) Foto: www.gulahund.de
Die Vorteile im Überblick:

  • Sensible Hunde bekommen so den nötigen Freiraum und Abstand, welcher ihnen zusteht.
  • Missverständnisse unter Hundehaltern werden nicht auf Kosten der Hunde ausgetragen, sondern vorab vermieden.
  • Bei Hundebegegnungen haben Hundehalter die Chance zu erkennen, dass man lieber etwas mehr Abstand hält. So geht man Konfliktsituationen und Stress aus dem Weg.
  • Garantiert bessere Trainingserfolge für Hunde, welche sich noch in Ausbildung befinden, da die Situationen im Alltag besser einschätzbar und lenkbar werden.
  • Ganz gleich warum man entscheidet, dass sein Hund etwas mehr Abstand und Ruhe benötigt als andere: es wird akzeptiert. Dabei kann es sich um eine Krankheit handeln, um Altersbeschwerden oder auch um schwerwiegende Verhaltensprobleme. Aber auch für alltägliche „normale“ Situationen, wie zum Beispiel eine läufige Hündin ist die Aktion „gelber Hund“ eine ideale Lösung.
  • Nicht zu vergessen: Die Idee ist für jeden umsetzbar. Denn eine gelbe Schleife ist auch aus der Distanz sichtbar und ein gelbes Stoffstück grundsätzlich für jeden erschwinglich. Dadurch kann der „Gelbe Hund“ also auch international funktionieren.

Bleibt noch zu klären, was ein „gelber Hund“ auf keinen Fall bedeutet:

  • Es bedeutet nicht, dass man sich auf dem „Status: gelber Hund“ ausruhen darf. Man kann damit zwar Situationen aus dem Weg gehen, um Trainingsziele nicht zu gefährden, dennoch sollten diese weiterhin konsequent verfolgt werden.
  • Ebenso werden eure Spaziergänge nicht von heute auf morgen total entspannt ablaufen. Denn selbst, wenn ihr euch nun über diese Aktion informiert habt, gibt es noch weitaus mehr Menschen da draußen, welche davon noch nie etwas gehört haben. Ihr könnt also nicht davon ausgehen, dass jeder über diese Aktion Bescheid weiß und sich nun verantwortungsvoll verhält. Diese Kampagne ist ein langwieriger Prozess, welcher aber vor allem durch die Hundehalter selbst gepusht werden kann. Informiert also gerne darüber, worum es geht, doch nehmt auch Rücksicht darauf, wenn jemand noch nie etwas davon gehört hat.
  • Seinen Hund als „Gelben Hund“ zu kennzeichnen, bedeutet nicht, dass dieser aggressiv und/oder höchst sensibel ist. Es muss auch nicht immer ein tragisches Erlebnis der Grund dafür sein, dass ein Hund mehr Abstand benötigt als andere Hunde. Doch es ist möglich. Da man ohnehin nie andere Mensch-Hunde-Teams beurteilen sollte, ist der gelbe Hund eben eine ideale Möglichkeit, um Rücksicht auf andere zu nehmen. Aus welchem Grund auch immer.

Alles in allem: Eine Idee mit großem Potenzial…

…welcher im Moment allerdings noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zumindest wenn man bedenkt, wie häufig es doch zu Missverständnissen und unliebsamen Hundebegegnungen kommt. Kaum einem gelben Hund begegnet man heutzutage auf seinen täglichen Gassirunden, obwohl der Grundgedanke wirklich vielversprechend klingt und viele Probleme lösen würde. Wenn ihr diese Aktion also gut findet und unterstützen möchtet, dann teilt unseren Artikel doch gerne mit Hundefreunden und Bekannten oder schließt euch mit eurem Hund dieser Aktion an. Denn umso schneller sich der  „gelbe Hund“ etabliert, umso eher kann man endlich ohne großen Erklärungsbedarf einen entspannten Spaziergang erleben, bei dem jeder selbst entscheidet, zu wem man Kontakt aufnehmen möchte.

Und eben genau dieser Grundgedanke, nämlich jedem Hund und Menschen den Respekt und die Distanz entgegenzubringen, welchen er verdient und braucht, ist es, der uns persönlich von der Aktion „Gelber Hund“ überzeugt hat.

Michaela Krenn
Über den Autor Michaela Krenn

Michaela ist von ganzem Herzen Hundefotografin und sorgt dafür, dass unser Magazin immer mit tollen Inhalten und Bildern gefüllt ist. So schreibt sie gerne über verschiedenste Themen aus der Hundewelt und kümmert sich um unsere Social Media-Auftritte. Immer mit dabei: ihr Labrador Poul. Gemeinsam sind sie fester Bestandteil des isle of dogs-Teams und immer für neue Ideen parat.

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