Vom Serienstar ins Tierheim: Game of Thrones Fans sind mit ihren "Schattenwölfen" überfordert 6. Juli 2019 Allgemein Tierschutz Unterhaltung

Es gibt wohl kaum eine Serie die international solch einen großen Erfolg feiern konnte wie „Game of Thrones“ (GoT). Allein in Deutschland wurde die finale achte Staffel von weit über 1,2 Millionen Zuschauern verfolgt, in Amerika sogar von über 17 Millionen – und dies nur zur Erstausstrahlung! Der Serienerfolg zeigt sich auch anderweitig: die Drehorte in Kroatien, Island, Irland und Spanien sind zu Touristenmagneten geworden, es gibt zahlreiche Fanseiten, auf denen sich die GoT-Jünger emotional über die Handlung austauschen, sowie unzählige Fanartikel. So weit, so normal. Doch auch die Zahl an Husky-Käufen ist seit Beginn der Serie in den USA und in Großbritannien dramatisch gestiegen. Was hat es damit auf sich?

Vom Schattenwolf zum Siberian Husky

Von Folge eins an begeistern die Schattenwölfe als treue und loyale Begleiter der Familie Stark. Dire Wolves (zu dt. Schattenwolf) lebten vor circa 300 000 Jahren auf dem amerikanischen Kontinent und erinnerten stark an die heutigen Wölfe. Vor circa 12 000 Jahren starben sie aus noch immer ungeklärten Gründen aus.

Bei GoT werden die Schattenwöfe von Northern Inuit Dogs, einem Mix aus Deutschem Schäferhund und Siberian Husky, gespielt. Northern Inuit Dogs sind aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Wolf eine sehr spezielle Hunderasse und werden nur von sehr wenigen Züchtern gezüchtet. Doch auch der Siberian Husky ähnelt mit seinen spitzen Ohren, der gräulichen Fellfärbung und dem zotteligen Fell den Schattenwölfen aus GoT sehr.

Überforderte Besitzer, überfüllte Tierheime 

Vor lauter Begeisterung über die loyalen Hunde bei Game of Thrones wollten auch viele Serienfans einen eigenen Schattenwolf haben und da war der Siberian Husky natürlich die erste Wahl. Der Markt boomte, Huskys wurden vermehrt gezüchtet und überall, im Internet, über Anzeigen und selbst auf Facebook, verkauft. Aber wie so oft, sind unüberlegte Impulskäufe nicht die beste Wahl, denn der Siberian Husky ist eine sehr anspruchsvolle Rasse, die viel Bewegung, reichlich Kopfarbeit und vor allem ein starkes Händchen benötigt, um zu einem entspannten Alltagsbegleiter zu werden.

Und so kam es wie es kommen musste: nach kurzer Zeit und spätestens nach dem Ende der letzten Staffel, mussten viele Fans einsehen, dass sie mit ihrem Husky restlos überfordert waren. Viele Huskys wurden einfach ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben. Rettungsgruppen in den USA und in Großbritannien bestätigen, dass sich die Zahl an ausgesetzten und verwaisten Huskys seit dem Serienstart im Jahr 2011 rapide vermehrt hat. Dog Trust, die größte Hunderettungsgruppe in Großbritannien, schrieb in einer Pressemitteilung sogar, dass die Zahl der abgegebenen Huskys seit Beginn der Serie um 420% gestiegen ist. Viele dieser Hunde tragen übrigens die Namen der Serien-Wölfe: Ghost, Nymeria, Summer, Shaggydog, Grey Wind und Lady.

Überlegungen vor dem Hundekauf

Schon 2017 machte Got-Serienstar Peter Dinklage in einer Meldung über PETA auf das Husky-Problem aufmerksam. So heißt es in der Meldung unter anderem: „… wir verstehen, dass sich aufgrund der großen Beliebtheit der Schattenwölfe viele Fans Huskys kaufen. Dies ist zum einen schade für alle anderen tollen Hunde in Tierheimen, die ein neues Zuhause suchen, zum anderen berichten Tierheime auch, dass viele Huskys abgegeben werden, da die Hunde ohne reichlich Überlegung gekauft wurden.“ Leider hat sich das Problem bis heute nicht beruhigt.

Auch wenn die deutschen Tierheime nicht von Huskys überflutet werden, macht die Situaion in den USA und Großbritannien deutlich, wie wichtig es ist, sich vor dem Hundekauf mit der Rasse und deren Charakteristiken auseinanderzusetzen und sich der sehr großen Verantwortung bewusst zu sein, die so ein kleines flauschiges Wesen mit sich bringt.



Enea Di Gregorio
Über den Autor Enea Di Gregorio

Enea ist Literatur- und Hundenärrin und diese Kombination brachte sie auch zu uns. So schreibt sie für unser Magazin Artikel rund um den Hund und träumt dabei von einem eigenen Vierbeiner. Bis es aber so weit ist, teilt sie sich einfach weiterhin den Aussie-Rüden Amo mit ihrer Familie oder schmust mit den Redaktions-Hunden.

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