Sommerfrisur beim Hund: scheren oder nicht scheren? 11. Juli 2019 Allgemein Ratgeber

Es gibt einige Themen, die in der Welt der Hundebesitzer kontrovers diskutiert werden. Eines dieser Themen ist die Frage, ob man seinen Hund für den Sommer scheren sollte oder nicht. Um bei dieser Diskussion den Überblick zu bewahren, haben wir uns schlau gemacht und die wichtigsten Infos zur Schur des Hundes zusammengefasst. So steht dir und deinem vierbeinigen Liebling einem entspannten Sommer nichts mehr im Weg.

Das Fell des Hundes

Bevor du dir überlegst, ob du deinen Hund für den Sommer und den Sommerurlaub scheren lassen solltest, solltest du dich mit dem Fell deines Hundes auseinandersetzen. Bei den meisten Hunderassen mit viel Fell (z.B. Golden Retriever, Schäferhunde, Hütehunde im Allgemeinen …) ist dieses zweischichtig. Das längere Deckhaar (auch Grannenhaar genannt) ist fester als die flauschige Unterwolle und schützt somit vor äußeren Einflüssen wie Wind, Nässe und Sonneneinstrahlung. Die kurze Unterwolle sitzt näher an der Haut des Hundes und schützt dadurch vor allem vor Kälte. Zusammen bieten die zwei Fellschichten die ideale Wärmedämmung, indem sie den Hund im Winter warmhalten und im Sommer vor direkter Sonneneinstrahlung und Überhitzung schützen. Es scheint daher erstmal so, als wäre der Hund schon bestens für jede Temperatur gewappnet. Dennoch glauben viele Hundebesitzer, ihr Hund würde mit seinem dicken und dichten Fell unter der Sommerhitze leiden – muss also doch eine fesche Sommerfrisur her? 🙂

Vor- und Nachteile der Schur

Befürworter der Schur argumentieren häufig mit der Natur, denn Hunderassen, die aus dem Süden stammen, haben von Natur aus ein weit weniger dickes Fell als Hunderassen aus dem Norden. Und auch Wölfe verlieren in der freien Natur zum Sommer hin einen Großteil ihres Fells, da sich so keine Hitze im dichten Fell stauen und der Körper seine Wärme besser an die Umgebung abgeben kann. Dieser Effekt soll durch die Schur auch beim Haushund erzielt werden. Dies ist vor allem bei Hunderassen sinnvoll, die nur aufgrund einer gezielten Zucht viel Fell bekommen haben (z.B. der Bobtail). Auch Hundesenioren und Hunde mit Kreislaufproblemen freuen sich über weniger Fell im Sommer, da der Körpers so weniger belastet wird.

Wer auf jeden Fall geschoren werden sollte, sind zum einen Hunderassen, die nicht selbst Fell verlieren (z.B. der Pudel, Schnauzer, rauhaarige Terrier …), sowie Hunde, die zu sogenannten Hot Spots neigen. Hot Spots sind juckende, entzündete, meist eitrige, runde Hautstellen, die stark nässen und das Fell verkleben. Da Feuchtigkeit und warme Temperaturen die Bildung der Hot Spots begünstigen, kann das Scheren dem Hund Abhilfe schaffen. Die Haut kann besser belüftet und die bakterielle Anlagerung auf der Haut reduziert werden.

Zu den Nachteilen des Schur gehört ganz klar das Zerstören der natürlichen Fellstruktur. Wie bereits oben erläutert, ist das zweischichtige Fell des Hundes von Natur aus recht gut auf Temperaturunterschiede angepasst. Außerdem kann durch das Kürzen des Fells das natürliche Fellwachstum gestört und so die Funktion des Haarkleides beeinträchtigt werden. Manche Fellarten werden nach dem Scheren sogar noch dichter, weil nur noch mehr Unterwolle nachgebildet wird.

Schert man das Fell seines Hundes, nimmt man ihm außerdem seinen natürlichen Schutz vor Sonne, Nässe und Wind. Besonders die Sonne kann an heißen Tagen gefährlich werden, denn auch Hunde können Sonnenbrand bekommen! Bei hellhäutigen Hunden mit hellem Fell sowie bei Hunden mit Unterwolle wird deswegen von der Sommerschur abgeraten.

Keine einheitliche Lösung

Unser Fazit ist also, dass es bei der Frage, ob der Hund geschoren werden sollte, keine allgemeingültige Antwort gibt und so die Sommerfrisur genauso individuell wie dein Hund selbst ist! Grundsätzlich gilt, dass die Schur mit dem Tierarzt abgeklärt und von einem professionellen Hundefriseur durchgeführt werden sollte. Der Profi hat nämlich nicht nur die richtigen Schermaschinen, sondern weiß auch, welches Fell wie gekürzt werden darf. Auch für Hunde mit dichter Unterwolle, die nicht geschoren werden dürfen, gibt es eine Lösung: mit speziellen Hundebürsten kann die Unterwolle ausgedünnt und so der Hund „leichter“ gemacht werden 😉



Enea Di Gregorio
Über den Autor Enea Di Gregorio

Enea ist Literatur- und Hundenärrin und diese Kombination brachte sie auch zu uns. So schreibt sie für unser Magazin Artikel rund um den Hund und träumt dabei von einem eigenen Vierbeiner. Bis es aber so weit ist, teilt sie sich einfach weiterhin den Aussie-Rüden Amo mit ihrer Familie oder schmust mit den Redaktions-Hunden.

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