Zahl ich? Zahl ich nicht? | Die Hundesteuer 12. April 2019 Alltag mit Hund Leben mit Hund

Es ist kein Geheimnis, dass die Haltung eines Hundes nicht gerade günstig ist. Neben Futter, Zubehör und Tierarztrechnungen, kommt meist noch die Hundesteuer dazu. Doch wieso gibt es eigentlich eine Hundesteuer? Zahlen alle Hundebesitzer gleich viel für ihre Hunde? Und muss ich überhaupt eine Hundesteuer zahlen? Antworten auf diese Fragen und mehr Informationen zum Thema Hundesteuer gibt es in den folgenden Zeilen.

Was ist die Hundesteuer?

Schon im Mittelalter mussten Hundebesitzer sogenanntes „Hundekorn“ an ihre Fürsten zahlen – damals noch in Form von Naturalien. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich diese Abgabe zu einer Art Luxussteuer, um das Allgemeinwohl finanziell zu unterstützen und den Hundebestand zu regulieren. Letzteres ist tatsächlich auch heute noch der ausschlaggebende Grund für die Hundesteuer.

Mit der Hundesteuer soll einer zu hohen Hundepopulation und deren Auswirkungen, wie der Verkotung von Wegen und Parks, entgegengewirkt und damit für ein sauberes Stadtbild und angenehmes Miteinander gesorgt werden. Daran sind natürlich vor allem Großstädte interessiert, doch auch kleinere Gemeinden möchten mehr und mehr die Anzahl an Hunden eindämmen. Die Hundesteuer ist außerdem ein profitables Geschäft, denn das Geld der Hundesteuer ist nicht etwa zweckgebunden und wird für die Reinigung von Gehwegen oder Ähnlichem ausgegeben, sondern fließt in das allgemeine Budget der jeweiligen Gemeinde. Besonders dieser Punkt führt häufig zu Kritik.

Zahlen alle Hundehalter gleich viel für ihre Hunde?

Bei der Hundesteuer handelt es sich um eine kommunale Satzung, die auf dem Kommunalabgabengesetz des Bundeslandes beruht. Der Jahresbeitrag hängt demnach von Wohnort und Gemeinde ab, jeder Hundebesitzer zahlt also je nach Wohnort einen anderen Beitrag für seine Fellnase. Im Allgemeinen lässt sich jedoch sagen, dass aufgrund des ordnungspolitischen Faktors in Städten eine höhere Hundesteuer als in ländlichen Gegenden gezahlt werden muss. Spitzenreiter ist mit 186€/Jahr Mainz, dicht gefolgt von Köln, Hannover oder Hagen. Großstädte wie München, Hamburg, Berlin oder Stuttgart liegen hingegen im mittleren Kostenbereich. In einigen wenigen Gemeinden, wie in Windorf bei Passau, muss sogar gar keine Hundesteuer gezahlt werden.

Erhoben wird die Hundesteuer in jeder Gemeinde allerdings gleich: pro Hund pro Haushalt. Wer also dachte, dass eine Steuer für beliebig viele Hunde reicht, der hat sich getäuscht – oft zahlt man für den Zweit- oder Dritthund sogar mehr.
Noch teurer wird es beim Besitz eines sogenannten Listenhundes: viele Gemeinden wollen mit hohen Steuern die Hunderassen, die als gefährlicher gelten, aus dem Einzugsgebiet drängen und so vor einem Kauf abschrecken.

Muss ich eine Hundesteuer zahlen?

Grundsätzlich gilt: jeder Hund muss Steuern zahlen (oder vielmehr das Herrchen/ Frauchen). Dafür muss der Hund bis spätestens 4 Wochen nach Einzug im Rathaus gemeldet und die Steuermarke abgeholt werden. Doch es gibt auch Ausnahmen: so zahlen zum Beispiel Hundebesitzer, die ihre Hunde zu gewerblichen Zwecken halten, keine Hundesteuer. Außerdem gibt es, je nach Gemeinde, Steuerermäßigungen oder gar –befreiungen für Hunde aus Tierheimen, Blindenhunde, Hütehunde, Hunde mit bestandener Begleithundeprüfung…

Fazit:

Die Hundesteuer ist höchst individuell und dennoch in ganz Deutschland fällig. Informiert euch doch einfach bei eurer jeweiligen Gemeinde bzw. Stadt. Man wird euch dort jederzeit und vor allem gerne weiterhelfen. Denn wenn es um Steuern geht, hören Ämter ja besonders gerne hin.

Und was passiert, wenn ich keine Hundesteuer zahle?

Na, wir sind doch in Deutschland! Selbstverständlich gibt es in hier Prüfer, die kontrollieren, ob du deinen Hund angemeldet hast und für ihn Steuern bezahlst. Und mal ehrlich, bei einem Bußgeld von bis zu 10.000 € kommt man selbst in Mainz mit der Hundesteuer billiger davon. 🙂



Enea Di Gregorio
Über den Autor Enea Di Gregorio

Enea ist Literatur- und Hundenärrin und diese Kombination brachte sie auch zu uns. So schreibt sie für unser Magazin Artikel rund um den Hund und träumt dabei von einem eigenen Vierbeiner. Bis es aber so weit ist, teilt sie sich einfach weiterhin den Aussie-Rüden Amo mit ihrer Familie oder schmust mit den Redaktions-Hunden.

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