Für Tierversuche gezüchtet: der Laborbeagle 5. Juni 2018 Tabuthemen und Tierschutz

Das Wesen eines Beagles lässt sich in wenigen Worten beschreiben. Sie sind unglaublich freundlich, aufgeweckt, sehr robust, haben einen unerschütterlichen Optimismus und sind zielstrebig. Möchte ein Beagle etwas haben, dann ist er nur sehr schwer von seinem Vorhaben abzubringen. Die Rasse an sich zählt zu den Jagdhunden und wurde ursprünglich zur Hasenjagd gezüchtet. Als Meutehund ist er daher sehr sozialverträglich und kann sehr gut in Gruppen gehalten werden. All diese Eigenschaften machen diese Rasse zu einem hervorragenden Jagdhund, welcher sich bei ausreichender Beschäftigung auch ideal ins Familienleben integrieren lässt.

Was jedoch die Wenigsten wissen? Dass sich der Beagle leider genau durch diese Charakterzüge als optimaler Versuchshund in Laboren eignet.

In Deutschland sind Tierversuche für die Zulassung von Medikamenten gesetzlich vorgeschrieben. Alternative Methoden gibt es bislang noch nicht. Aber auch für die Herstellung von Kosmetika oder Tiernahrung führt die Industrie unter anderem Tierversuche durch. Ein Institut, welches Tierversuche durchführt, kauft die Hunde in der Regel bei Großzüchtern ein, welche die Beagle extra für die Nutzung in Laboren züchtet oder die Hunde werden in den Laboren selbst gezüchtet. Die Haltung der Hunde ähnelt der in einem Tierheim. Dort leben sie in kleineren, gleichgeschlechtlichen Gruppen. Nur in wenigen Instituten verfügen die Hunde über einen Freilauf und Spielzeuge. Sie wachsen in einer sehr reizarmen Umgebung auf und lernen keinerlei alltägliche Dinge kennen, die einem solchen Hund die spätere Integration in ein Familienleben erleichtern würde.

Die Tierversuche werden von den Laboren nach unterschiedlichen Schweregraden durchgeführt. Dies bestimmt gleichzeitig und unausweichbar das spätere Leben der Hunde. Denn nur Hunde, welche an Testreihen eines geringen Schweregrades teilgenommen haben, haben überhaupt die Möglichkeit, irgendwann das Labor verlassen zu können. In den meisten Fällen dürfen die Hunde das Labor nach einem bis drei Jahren verlassen, jedoch gibt es auch jüngere und einige ältere Hunde, welche erst im fortgeschrittenen Alter entlassen werden. Die Anzahl der Freigaben liegt in der Regel unter zehn Prozent des gesamten Hundebestandes in den Instituten. Allen anderen Hunden wird die Chance auf ein neues Leben leider verwehrt, da sie nach der Testreihe eingeschläfert werden müssen.  

Doch auch jene Hunde, welche die Möglichkeit auf einen Neustart bekommen, haben oftmals keinen leichten. Es braucht viel Geduld und die richtigen Menschen, um diesen Hunden Stück für Stück Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln.

Zum Glück gibt es Vereine, welche sich diesen Hunden annehmen und sie in neue Familien vermitteln. Der Laborbeaglehilfe e.V., wie auch andere Vereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, die passenden Familien für den neuen Start ins Leben zu finden. Sie werden von den Instituten informiert, sobald ein Beagle das Labor verlassen darf. Die Institute schicken ihnen dann eine kurze Beschreibung des Hundes, sowie ein Bild. Mit diesen Informationen begibt sich der Verein dann auf die Suche nach einem geeigneten Zuhause. Sollte diese Suche länger andauern, werden die Hunde in Pflegestellen untergebracht.

Nachdem also ein Hund seine Testreihe abgeschlossen hat, wird er vom Institut veterinärmedizinisch durchgecheckt, geimpft und für seine Entlassung vorbereitet. Viele Pfleger in den Instituten versuchen dann bereits, den Hunden einige alltägliche Dinge zu zeigen, um ihnen den Neustart etwas einfacher zu machen.

Erfahren die zukünftigen Besitzer von den durchgeführten Testreihen?
Natürlich würde jeder Interessent gerne wissen, was denn genau an seinem Beagle getestet wurde. Leider kann und darf die Laborbeaglehilfe darüber keine Informationen herausgeben, da dies von den Unternehmen aus betriebswirtschaftlichen und unternehmenspolitischen Gründen untersagt ist.

  • In den letzten Jahren haben sich die Haltungsbedingungen in den Laboren verbessert und der Laborbeaglehilfe e.V. berichtet, dass es immer weniger ängstliche Hunde gibt, die aus den Laboren entlassen werden. Dennoch müssen sie nach ihrer Entlassung quasi bei null anfangen und müssen erstmal an alles Neue behutsam herangeführt werden.
  • Auch stubenrein sind die Laborbeagle natürlich nicht und es braucht gerade in der Anfangszeit viel Geduld und Einfühlungsvermögen der neuen Besitzer. Da diese Hunde jedoch äußerst lernfähig sind, können auch diese Anfangsschwierigkeiten in den meisten Fällen schnell überwunden werden.

Viele fragen sich sicherlich auch, ob denn ein Beagle aus dem Labor überhaupt noch seinen ursprünglichen Jagdtrieb hat. Dieser ist definitiv noch vorhanden. Bei dem einem mehr, bei dem anderen weniger ausgeprägt. Kürzlich entlassene Beagle werden die neuen Gerüche zunächst nicht ganz zuordnen können. Nach einer Eingewöhnungsphase in ihr neues Umfeld werden sie aber natürlich zunehmend interessierter an Neuem und werden so auch ihren Urinstinkten und somit auch der Spur folgen.

Mit ganz viel Geduld und noch mehr Liebe wird jeder Beagle aus dem Labor zu einem treuen Freund und Familienmitglied. Denn auch ein Laborbeagle ist schlussendlich einfach nur ein Beagle mit großen Ohren und einem noch größeren Herzen, welcher auch nach Jahren in einem Versuchslabor niemals den Glauben an das Gute im Menschen verliert. Umso mehr hat er es sich verdient, sein restliches Leben in vollen Zügen genießen zu dürfen.

Ihr fragt euch, wie ihr helfen könnt? Oder möchtet mehr über die Laborbeagle erfahren?

Dann könnt ihr hier mehr über den Verein Laborbeaglehilfe e.V. erfahren. Das Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hunden, welche aus Versuchslaboren entlassen werden, ein artgerechtes liebevolles Zuhause zu suchen und unterstützt die neuen Familien ein Hundeleben lang.

Aylin Kreis
Über den Autor Aylin Kreis

Aylin Kreis hat selbst bereits zwei ehemaligen Versuchshunden ein neues zu Hause geschenkt. Mehr von Aylin gibt es auf Instagram: hundeliebe_fotografie

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