Braucht mein Hund eine Hundeschule? 15. September 2018 Alltag mit Hund Erziehung

(c) Michaela Krenn

An ein Thema führt als Hundehalter kaum ein Weg vorbei: Die Suche nach der (richtigen) Hundeschule.

Fragt sich nur: Braucht der Hund eigentlich eine Hundeschule? Ist es wirklich notwendig, erst einen Welpenkurs zu besuchen, dann in den Junghundekurs zu wechseln, um schließlich die Begleithundeprüfung abzulegen? Nunja, notwendig ist es für das Wohlergehen des Hundes sicher nicht. Es ist, wie so oft, völlig abhängig vom Halter und den Vorstellungen des zukünftigen Zusammenlebens, inwiefern man seinen Hund beschäftigt und ob man dafür Hilfe beanspruchen möchte. Und gerade als Ersthundehalter darf man die angebotenen Kurse und Trainingsmethoden auch gerne mal hinterfragen.

Es ist sogar wichtig, auch „erfahrenen“ Hundetrainern mit einer guten Portion Skepsis gegenüber zu treten und nicht sofort alles 1:1 umzusetzen, weil es eben „von einem Hundetrainer kommt“. Denn letztlich ist es eben so, dass jeder Hundetrainer eine völlig eigene Trainingsphilosophie verfolgt und somit auch mit völlig unterschiedlichen Trainingsmethoden arbeitet. Ob diese zu euch, eurem Leben und vor allem zu dem Wesen eures Hundes passen, wollt ihr nicht erst an eurem Welpen testen, glaubt mir. 😉


Wann ist es ratsam, einen Hundetrainer oder eine Hundeschule zu Rate zu ziehen?

Die meisten werden wohl dann einen Hundetrainer in Betracht ziehen, wenn erste Probleme, Schwierigkeiten oder unerwünschte Verhaltensweisen im Alltag auftreten. Um diese zu umgehen, ist es natürlich sinnvoll, von Beginn an jemand an seiner Seite zu haben, der einen bei aufkommenden Fragen unterstützen kann und den Hund dann bereits gut kennt. Doch ob und wann man einen Hundetrainer braucht, ist vor allen Dingen davon abhängig, was man mit dem Hund eigentlich vor hat.

Das 1×1 der Hundeerziehung…

  • …bekommt grundsätzlich jeder Hundehalter auch ganz gut alleine hin. Das heißt, wenn euer Ziel ist, euren Hund quasi als „Familien- und Begleithund“ zu halten, dann benötigt er dafür ganz sicher keine Begleithundeausbildung. Viel wichtiger ist es dann, kontinuierlich und gezielt die Dinge zu üben, die den Hund später erwarten. Wenn ihr das ein oder andere Buch gelesen habt oder auch vorab Seminare besucht, um euch zu bestimmten Themen fortzubilden, seid ihr sicherlich dazu in der Lage, euren Hund selbst auszubilden.

Der Hund soll eine bestimmte Aufgabe bekommen?

  • Habt ihr vor, euren Hund auf eine bestimmte Aufgabe hin auszubilden, (z.B. als Rettungshund, Therapiebegleithund,…) ist es in jedem Fall ratsam, von Beginn an einen Trainer zu Rate zu ziehen. In solchen Fällen ist ohnehin oftmals ein bestimmtes Alter des Hundes als Voraussetzung vorgegeben, um überhaupt solch eine Ausbildung machen zu können. Also auch hier gilt: Frühzeitig informieren!

Artgerechte Beschäftigung

  • Macht euch also Gedanken darüber, was ihr mit dem Hund unternehmen möchtet, wenn er ausgewachsen ist. Ob ihr einfach gern aktiv zusammen unterwegs seid (Radfahren, Wandern, Schwimmen, etc. …) oder auch ein intensives Hobby (z.B. Dummytraining, Agility, Obedience etc. …) zusammen betreiben möchtet. Danach wird sich auch die Frage richten, ob es notwendig ist, einen Hundetrainer/eine Hundeschule zu Rate zu ziehen oder nicht.
  • Vergesst nicht, bei der Suche nach der richtigen Beschäftigung, auch die grundlegende Frage zu stellen: wofür wurde euer Hund denn überhaupt gezüchtet? Wo bringt mein Hund also nicht nur gute Anlagen mit, sondern was benötigt er, um überhaupt geistig ausgelastet zu sein?  Und welche Art der Beschäftigung kann er überhaupt leisten?
(c) Michaela Krenn
Darauf solltet ihr bei der Wahl einer Hundeschule achten!
Habt ihr die Frage nach der Beschäftigung für euch geklärt und seid zu dem Entschluss gekommen, eine Hundeschule zu besuchen, stellt sich nun die Frage: wie finde ich den passenden Trainer?

  • Bereits vor Einzug eures Hundes könnt ihr euch mehrere Hundetrainer/Hundeschulen vor Ort ansehen. So könnt ihr euch völlig objektiv einen ersten Eindruck vom Training verschaffen und dementsprechend Vergleiche ziehen.
  • Vermeidet Hundeschulen mit großen Gruppen. Gerade in Hinblick auf Welpengruppen sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass weder zu viele Hunde in einer Gruppe sind, noch dass es sich um eine unkontrollierte Spielgruppe handelt.
  • Das Training sollte nicht nur am Hundeplatz stattfinden, sondern auch verschiedene alltägliche Plätze mit einbeziehen, um z.B. Hundebegegnungen oder den Abruf auch in Wald und Wiesenumgebung unter erschwerter Ablenkung zu üben. Wie soll euer Hund das Erlernte sonst unter viel größerer Ablenkung abrufen können?
  • Solltet ihr auf der Suche nach einem Trainer sein, weil bereits ein „Problem“ vorhanden ist, sei zu erwähnen: niemand wird ein über Wochen antrainiertes Verhalten von heute auf morgen „wegzaubern“ können. Zumindest nicht so, dass man diese Methode empfehlen könnte. Achtet also auch auf die Seriosität, die Ausbildung und vor allem die fortlaufende Weiterbildung eures Trainers!
  • Stachelhalsband und Rumgebrüll am Hundeplatz war gestern. Gewalt im Hundetraining ist im wahrsten Sinne des Wortes fehl am Platz und sollte nie die Lösung sein. Egal ob durch Hilfsmittel, wie Würge- oder Stachelhalsband/Stromreizen oder mit physischer Gewalt.
  • Lasst euch zu nichts überreden. Wenn sich etwas nicht richtig für euch anfühlt, lasst es bleiben. Ihr müsst euch mit dem Training identifizieren können. Keinesfalls sollte man sich von einem Hundetrainer überreden lassen, eine seiner „Praktiken“ anzuwenden, wenn sie einem nicht gefallen.

Unser Tipp?

Man sollte sich im besten Fall bereits vor Einzug des neuen Familienmitglieds mit der Frage beschäftigen, ob eine Hundeschule sinnvoll wäre und wenn ja, wofür genau. Denn wenn der Hund erstmal da ist und doch erste Probleme auftauchen, läuft man leider auch Gefahr, Trainingsmethoden zu nutzen, die zwar schnellen Erfolg versprechen, aber kaum langfristig das Problem lösen. Am Ende muss natürlich jeder Hundehalter selbst und guten Gewissens entscheiden, wo und wie er seinen Hund trainiert.

Fakt ist: es ist nicht entscheidend, wie viel Hundeerfahrung jemand mitbringt. Denn „nur“, weil man schon seit Jahren Hunde hält, bedeutet dies nicht, dass da nicht mal ein Hund kommen könnte, bei dem man an seine Grenzen stößt. Und auch Trainingsmethoden verändern sich (zum Glück) über die Jahre. Ebenso ist es genauso gut möglich, seinen Hund als Ersthundehalter völlig alleine zu erziehen, ohne auf langjährige Erfahrung oder auf Hundetrainer zurückzugreifen. Die Hauptsache ist ohnehin, dass es für das jeweilige Mensch-Hund-Team passt und man vor allem Spaß am gemeinsamen Alltag hat.


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Michaela Krenn
Über den Autor Michaela Krenn

Michaela ist von ganzem Herzen Hundefotografin und sorgt dafür, dass unser Magazin immer mit tollen Inhalten und Bildern gefüllt ist. So schreibt sie gerne über verschiedenste Themen aus der Hundewelt und kümmert sich um unsere Social Media-Auftritte. Immer mit dabei: ihr Labrador Poul. Gemeinsam sind sie fester Bestandteil des isle of dogs-Teams und immer für neue Ideen parat.

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